Städtebaulicher Rahmenplan City Ost

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Im August 2015 ist das Verfahren für den städtebaulichen Rahmenplan für das rund 40 ha große City-Ost-Areal zwischen Bahntrasse, Korschenbroicher Straße, Bahnunterführung am Bismarckplatz bis Rohrplatz gestartet. Der Rat hatte die Verwaltung mit der Erarbeitung eines solchen Rahmenplans beauftragt, in dem die Ideen des Masterplans MG3.0 für die City Ost konkretisiert werden sollen. Dabei geht es insbesondere um die Verzahnung urbaner Freiräume mit verdichteten, gemischt genutzten Stadtquartieren in der City Ost.

Für die Erarbeitung des Rahmenplans wurden drei international tätige Stadtplanungsbüros in Arbeitsgemeinschaft mit den von ihnen benannten Landschaftsplanungsbüros gewonnen:

  • ASTOC GmbH & Co KG Architects and Planners, Köln, mit RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn.
  • KCAP Architects & Planners, Rotterdam, + Pasel-K, Berlin, mit Atelier Loidl, Berlin.
  • Machleidt GmbH Büro für Städtebau, Berlin, mit sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin.

Weitergehende Informationen zu den drei Teams finden Sie > hier.

Die Ergebnisse wurden am 27. November 2015 einem Fachgremium vorgestellt, bestehend aus renommierten Experten der Disziplinen Städtebau (Prof. Peter Zlonicky, München) und Landschaftsarchitektur (Friedhelm Terfrüchte, Essen), Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners sowie Vertretern der städtischen Fachverwaltungen, der Ratsfraktionen und des Masterplanvereins MG3.0. Den Abschlussbericht zum städtebaulichen Rahmenplan City Ost finden Sie > hier.

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Der Rahmenplanentwurf des Teams ASTOC GmbH & Co KG Architects and Planners, Köln, und RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Bonn.

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Der Rahmenplanentwurf des Teams KCAP Architects & Planners + Pasel-K, Rotterdam / Berlin, und Atelier Loidl, Berlin.

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Der Rahmenplanentwurf des Teams Büro für Städtebau Machleidt GmbH, Berlin, und sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin.

„Mit der City Ost können wir Mönchengladbach ein ganzes Stück nach vorne bringen und ein klares Zeichen setzen für eine städtebauliche Entwicklung abseits des Mainstreams. Hier haben wir die große Chance, etwas ganz Besonderes zu schaffen, das den Aufbruch spiegelt, den unsere Stadt aktuell erlebt“, fasst Dr. Gregor Bonin, Technischer Beigeordneter der Stadt, das Ziel für den städtebaulichen Rahmenplan zusammen, der in drei nun vorliegenden Entwürfen allmählich konkrete Züge erhält.

Das Hauptaugenmerk der städtischen Planer liegt dabei auf einem 14,5 Hektar großen Kernbereich zwischen Bahntrasse, Breitenbachstraße, Kranzstraße und Lürriper Straße. Nach dem Ankauf des ehemaligen Güterbahnhofgeländes und dem Möbelmarkt befindet sich der Kernbereich überwiegend in städtischer Hand. „Wir werden in einem ersten Bauabschnitt zunächst auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofes mit einer Mischung aus Büronutzung und Wohnen beginnen. Läuft alles nach Plan, könnten wir Ende 2017 / Anfang 2018 auf die Baustelle“, so Dr. Bonin. Orientieren sollten sich die beauftragten Büros an den Ideen des städtebaulichen Masterplans MG3.0, der an dieser Stelle die Fortführung des Gladbachtals vom Geropark im Westen aus bis zum Reme-Gelände im Osten als grüne Entwicklungsachse und einen hochwertigen Büro- und Wohnstandort vorsieht.

Der gemeinsame Nenner in allen drei vorgestellten Entwürfen sind unterschiedlich formulierte Quartiersbildungen, mal streng geometrisch und rasterhaft angeordnet (Machleidt/sinai), mal locker verteilt mit einer zentralen Erschließung als Promenade und einer Terrassierung zum Grünbereich (ASTOC/RMP Lenzen), wobei das Rotterdamer Büro KCAP und Pasel-K in der auffallend dichten Bebauung auf eine klare und konkrete Wegeführung und Achsenbildung verzichtet.

Klarer noch werden die Unterschiede in den Entwürfen zur Landschaftsgestaltung sichtbar. Während das Team ASTOC/RMP Lenzen als zentrales Element zu den vier blockartigen Quartieren einen großflächigen Grünraum mit Anbindung an die umliegenden Grünzüge vorsieht, „bespielt“ das Team Machleidt/sinai den etwa 30.000 Quadratmeter großen Freiraum im Kernbereich mit einem künstlichen See, im Entwurf „Gladsee“ bezeichnet. Dieser erstreckt sich entlang einer kammartig angeordneten mehrgeschossigen Bebauung hinter dem Bahndamm, die für Büros und Wohnen vorgesehen sind.

Auffallend: Eine „Landzunge“ gegenüber dem Vitus-Bad an der Breitenbachstraße bietet die Möglichkeit für ein Saunadeck. Eine Naturinsel im See, Schilfzonen und ein Café wären weitere Merkmale. „Hier schlägt mein Planerherz eindeutig höher. Mit dem See hätten wir ein richtiges Alleinstellungsmerkmal“, schwärmt Dr. Gregor Bonin. „Warum nicht auch Wohnhäuser, die auf Stelzen zum Teil ins Wasser hineinragen? Wir werden sehen, wie sich der Planungsprozess weiter entwickelt“, ergänzt er. „Die City Ost wäre zumindest der einzige Bereich, wo der Gladbach im Sinne des Masterplans inszeniert und sichtbar gemacht werden könnte“, erläutert Jürgen Beckmann, Leiter des städtischen Fachbereichs Stadtentwicklung und Planung.

Neben der Ausformulierung des Kernbereichs, der Erschließung der jeweiligen Wohn- und Büroquartiere, die zum Teil weitere grüne Innenräume aufweisen und der Gestaltung der unmittelbar zur Bahntrasse gelegenen Zone – sieht das Büro KCAP aus Rotterdam zum Beispiel einen Radschnellweg vor – kommt vor allem auch dem Eingangstor zur City Ost unmittelbar im rückwärtigen Bereich zum Hauptbahnhof eine zentrale städtebauliche Bedeutung zu. Der Weg vom Südausgang in die City Ost wird in allen Entwürfen mit zum Teil weithin sichtbaren mehrstöckigen Gebäuden als „Auftakt“ verstanden.

Alle Entwürfe, die im Internet unter www.stadtmg.de/cityost und bis zum 18. Dezember 2015 auf der 3. Etage des Foyers zum Rathaus Rheydt (Eingang G, Karstadt) für die Öffentlichkeit zu sehen sind, werden in den Sitzungen der BV Ost am 28. Januar 2016 und des Planungs- und Bauausschusses am 26. Februar 2016 mit einer Empfehlung der Verwaltung zur weiteren Beratung vorgestellt. „Wir wollen ein klares Votum mit der Politik erzielen, um das Gebiet möglichst zügig zu qualifizieren“, so Dr. Bonin weiter.

Die externen Fachgutachter Terfrüchte und Prof. Zlonicky loben die hohe Qualität sowohl des Prozess der Rahmenplanungfindung („Das ist nicht in jeder Stadt so…“) als auch der drei präsentierten Entwürfe („In jedem der Entwürfe stecken spannende Ideen.“). Bevor es in weitere Detailplanungen gehe, müsse die Stadt jedoch zunächst eine Grundsatzentscheidung für die Freiraumplanung treffen: „Blau“ (Wasserfläche) oder „Grün“ (Wiesen- und Parkflächen). Hierbei sei neben den jeweiligen Folgekosten auch zu berücksichtigen, dass Wasserflächen eine eher trennende und Grünflächen eine eher verbindende Wirkung erzeugten. Die benötigte Grundsatzentscheidung sei nicht dadurch zu umgehen, indem man versuche, verschiedene Entwürfe einfach miteinander zu mixen.

Weiterhin sei bei einer Entscheidung über den endgültigen Rahmenplan zu berücksichtigen, in welchen Entwicklungsschritten die Realisation vorangetrieben werden könne und welcher erste Eindruck die City Ost vermitteln soll – auch von den vorbeifahrenden Bahnzügen aus sowie von der wichtigen Eingangssituation am südlichen Hauptbahnhof. Hierzu brauche es besondere Schlüsselgebäude und Schlüsselorte, die Freiraumgestaltung eingeschlossen.

Eine Zusammenfassung der Positionen der externen Fachgutachter finden Sie > hier.

3 Kommentare

  1. Verein MG3-0
    23. Oktober 2015

    City Ost – Nordseite: In der RP vom 23.10.2015 wird über die Ideen für das 40 Hektar große Areal hinter dem Gladbacher Bahnhof berichtet.

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/city-ost-wie-selbstbewusst-ist-die-stadt-aid-1.5491276

  2. Verein MG3-0
    13. Oktober 2015

    City Ost: In einer Pressemitteilung vom 13.10.2015 kündigt die Stadt MG die Präsentation erster Ergebnisse der Rahmenplanung City-Ost an.

    http://www.moenchengladbach.de/index.php?id=95&tx_ttnewstt_news=11278&cHash=4646b1391b603dfd36cc0d2f8f8db6da

  3. Verein MG3-0
    20. Juni 2015

    City Ost – Nordseite: Drei Teams entwickeln die City Ost, so lautet die Überschrift eines Artikels in der RP vom 20.06.2015. Bürobauten, viel Grün und Wasser: Diese Vorgaben müssen Planer umsetzen. Der Markt für Büroimmobilien zieht zwar deutlich an. Es wird aber einige Jahre dauern, bis die City Ost gefüllt ist. Der frühere Eigentümer Aurelis war skeptischer.

    http://www.rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/drei-teams-entwickeln-die-city-ost-aid-1.5179170

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